Außerirdische Zivilisationen…

Ich bin ja bekennender SciFi-Fan. Aber neben bedenkenlosem Einsatz von Überlichtgeschwindigkeit, Beamen, Hyperraum, Phaser usw. stört mich ein Thema schon seit langer zeit.

Wie wahrscheinlich ist es überhaupt, andere Zivilisationen, womöglich sogar Raumfahrende zu treffen?

Ok, ausrechnen möchte ich das nicht. Aber ein wenig philosophieren:

Erst mal ein paar Fakten:

  • Das Universum (legen wir mal die Urknalltheorie als wahr zugrunde) ist ca. 13,7 Mrd. Jahre alt
  • Unser Sonnensystem ist ca 4,5 Mrd. Jahre alt
  • Leben entstand auf unserer Erde vor ca. 3,4 Mrd. Jahren
  • Die ersten 1,5 Milliarden Jahre bestand das Leben aus Bakterien
  • Bis vor ca. 500 Millionen Jahre gab es lediglich Einzeller, erst danach entwickelten sich Mehrzeller
  • Erste Säugetiere entwickelten sich vor ca. 250 Millionen Jahren
  • Erste Primaten vor ca. 65 Millionen Jahren
  •  vor 8 Millionen Jahren Beginn der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen (Vorfahren der Schimpansen)
  • vor 2,5 Millionen Jahren begann endlich die Steinzeit. Die zog sich bis vor ca. 10.000 Jahren hin.
  • dann kamen verschieden Hochkulturen und deren Niedergang
  • erst vor 200 Jahren begann es richtig technisch zu werden
  • und vor 50 Jahren sind wir endlich zum Mond geflogen.
  • seit ca. 100 Jahren strahlen wir mehr oder weniger bewußt Signale ins All.

Kann man sich aus den Jahreszahlen wirklich etwas vorstellen? Ich nicht wirklich. Darum habe ich das mal „etwas umgerechnet“

13,7 Mrd. Jahre  13700000000  = 1000,0 1 kilometer
4,5 Mrd. Jahre 4500000000  = 328,5  
1,5 Milliarden  1500000000  = 109,5 ca. 100 Meter
500 Millionen Jahre 500000000  = 36,5  
  250000000  = 18,2  
  65000000  = 4,7 ca. 5 Meter
8 Millionen Jahren 8000000  = 0,6  
  2500000  = 0,2 25 CM
  10000  = 0,00073 < 1 Milimeter
200 Jahren  200  = 0,00001 < 0,1 Milimeter

 

Jetzt komme ich langsam dahin, wo ich hin wollte.

Wenn man sich jetzt mal ein Lineal vorstellt, das die Universumsgeschichte widerspiegelt hat das Lineal zum Beispiel 1 Kilometer Länge. Unsere Erde entstand dann vor ca. 300 Metern, erste Säugetiere vor ca.  18 Metern. Vor ca. 0,5 Metern begann die Menschheitsgeschichte und vor ca. 25 CM begann die Steinzeit. (Das Lineal hat 1 KM Länge!)

Wir leben heute mit unserer Technik im Mili- bzw. im Mikrometerbereich.

So, auf was will ich eigentlich hinaus? Sonnensysteme können ja mal locker eine Millarde Jahre vor unserem oder nach unserem Sonnensystem entstanden sein. Selbst wenn alle Sonnensysteme gleichzeitig entstanden sind, kann sich das leben ganz locker um ein paar hundert Millionen Jahre früher oder später entwickeln.

Nehmen wir mal an, wir hätten uns nur 100000 Jahre früher entwickelt. Wo würden wir heute mit unser Technik stehen? (Gäbe es uns überhaupt noch, oder hätten wir uns schon lange selbst zerstört? [Krankheiten, Umweltverschmutzung, Ausbeutung von Ressourcen, Kriege])

Wir haben doch schon Kommunikationsschwierigkeiten untereinander. Wie soll das erst möglich sein, wenn wir auf ein Volk träfe, die tausende von Jahren weiter entwickelt sind. Wäre ein Steinzeitmensch nur ansatzweise in der Lage, uns zu verstehen? (Und da bewegen wir uns im Milimeterbereich!!!)

Wie können wir nur annehmen, dass es da draussen eine Zivilisation gibt, die zufällig eine ähnliche Entwicklungsgeschichte hat wie unser Sonnensystem und wie das Leben auf der Erde? Nur wenige Milimeter auf der Geschichtsskala machen zehntausende von Jahren aus. Ein „paar“ Millionen sind auch kaum messbar.

Eine Zivilisation, die ein paar hunderttausend Jahre mehr Entwicklung hat als unsere kann ich mir nicht vorstellen.

Oder ist irgendwann einfach Schluss mit Weiterentwicklung? Bleiben alle Zivilisationen irgendwann an einem Punkt stehen und verbessern sich nur noch wenig?

Dann entsprächen die Szenen aus Startrek usw. der Wahrheit. Dort treffen Romulaner, Föderation, Klingonen, Ferengi usw. als mehr oder weniger gleichweitentwicklete raumfahrende Rassen aufeinander.

Aber ich befürchte, bei Seti versucht die Amöbe mit dem Wissenschaftler zu sprechen. Und der Wissenschaftler hört noch nicht mal ein Rauschen.

Ich befürchte, wir sind einfach alleine. Und wir sollten uns damit abfinden und Gelder und Ressourcen in wichtige und zukunftsträchtige Projekte stecken.

5 Antworten

  1. Du hast am Wochenende „Contact“ gesehen oder?

    • Nö, leider nicht. Aber den Film habe ich schon zweimal geshen. Und das Buch (natürlich wesentlich besser ;-) ) 2-3 mal gelesen. Ist aber alles schon lange her. Die Erinnerung ist verschwommen.
      Wie peinlich ist es denn? Hat das dort jemand genau so gesagt?

      • Keine Angst, niemand wird dich des Plagiates bezichtigen können. Ähnliche Betrachtungen sind ja schon öfters angestellt worden.
        Erich von Däniken kam allerdings zu dem umgekehrten Schluß. Er glaubte mit dieser Betrachtung den Nachweis für ausserirdisches Leben erbracht zu haben .

  2. andererseits ist das universum aber auch unendlich groß und mit unendlich vielen galaxien und sternensystemen angefüllt. da soll wirklich NIX dabei sein, was uns ähnelt?
    für mich ist die frage gar nicht so wichtig, obs da noch was gibt oder nicht. ich bin nämlich der meinung, daß es physikalisch niemals möglich sein wird, schneller als das licht zu reisen oder den raum zu krümmen, und die strecke zwischen a und b zu verkürzen. also wird es nicht möglich sein, die „anderen“ irgendwo zu treffen. das erklärt für mich auch, warum bisher noch niemand bei uns war. physik halt. irgendwo sind eben grenzen.

  3. Die abschließende Erkenntnis (roter Text) wäre doch auch richtig, wenn wir nicht allein wären, oder? ;-)

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