Das Eierkocher-Paradox
Na, was macht man(n) so samstags Abend bis sonntags Nachmittag? Richtig! Komisches Zeugs denken. Kurz unterbrochen von einem Sonntagsausflug.
Jeder kennt doch so einen Eierkocher. Da füllt man in einem Messbecher eine bestimmte Menge Wasser ab. Je nach Eieranzahl. Gekocht werden die Eier mit Dampf. Wenn alles Wasser verdampft ist, wird es der Heizung in dem Kocher zu warm und sie gibt meist mit einem nervenden Signal Bescheid, die Eier sind fertig gedampft gekocht.
So weit, so gut. Was ich mich schon immer fragte, war, warum muss ich bei mehr Eier weniger Wasser abfüllen? Ist doch bei oberflächlicher Betrachtung unlogisch. Ich muss doch mehr Eier gardampfen. Dann brauche ich dafür doch auch mehr Energie. Also Wasser, das es zu verdampfen gilt.
Seit kurzem weiß ich dank Internet die Lösung: Die Wassermenge, die man benötigt, um ein Ei dampfzugaren berechnet sich ganz schön kompliziert: Der Dampf pflegt sich nämlich an Oberflächen niederzuschlagen. Dort kondensiert der Dampf und läuft zurück zum Wasser, das noch gedampft werden will. Also, einiges an Dampf wird durch die Öffnung abgelassen und einiges an Dampf geht zurück in den Kreislauf. So lange, bis kein Dampf mehr da ist und es hupt. Je mehr Eier, desto mehr Oberflächen zum niederschlagen, desto weniger Ursprungswasser braucht man.
Na endlich weiß ich das!
Und jetzt kommt ich als geistiger Tiefflieger ins Spiel.
Je mehr Eier, desto weniger Wasser brauche ich für den Start? Ha! Und was ist, wenn ich einen unendlich großen Eierkocher nehme? Brauch ich dann gar kein Wasser mehr für den Start?
Wenn die Eierzahl gegen Unendlich geht, geht die Startwassermenge gegen Null.
Eieranzahl gegen unendlich kann ich mir ja noch vorstellen. Leg ich immer noch ein Ei drauf. Und noch eins. Und noch eins.
Wassermenge gegen Null ist schon schwieriger. Nehmen wir mal der Einfachheit an, die Wassermenge halbiert sich mit jedem Ei. 1 Liter, 1/2 Liter, 1/4 Liter usw. Eine Unendlich kleine Wassermenge gibt es nicht, oder? Irgendwann hab ich so wenig Wasser, dass die Wassermenge noch aus zwei Molekülen besteht. Ich leg noch ein Ei drauf, dann hab ich noch ein Wassermolekül. Und wenn ich jetzt noch ein Ei drauf lege? Halbes Molekül? Was soll das dann sein? H2O/2 ????
Ja ja, so ein Sonntag hat es nicht leicht mit mir…
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Ja! Die Erfindung des Perpetuum Mobile. Im übertragenen Sinne. Sozusagen.
(Ich glaube, ich müsste mich und meinen kruden Gedankengang jetzt erklären. Aber das ist mir zu viel an einem Sonntag.)
Eine wirklich interessante Materie.
Zu Deiner Frage, ob Du bei einem unendlich großen Eierkocher überhaupt kein Wasser mehr brauchst. Die Antwort ist ganz einfach: Stimmt.
Denn, wenn Du in der Lage bist einen unendlich großen Eierkocher zu basteln würde folgende, natürlich streng Wissenschaftliche Formel in Kraft treten:
Wenn Eierkocher = unendlich,
dann hape42 = allmächtig,
ergo hape42 = Gott {braucht überhaupt kein Wasser mehr zum Eierkochen im Eierkocher}
Allerdings:
Wenn hape42 = Gott,
dann auch: {könnte sich Eierkocher auch gleich ganz sparen und durch Blick oder bloßen Wunsch kochen}.
Logisch, oder?
Aber Vorsicht: Sollte es Dir jetzt gelingen, Eier einfach so zu kochen… bitte nicht veröffentlichen. (Wie sähe das denn aus, wenn die Leute plötzlich heilige Eierkocher anbeten würden?)
Zitat von Home42
erklär das mal meiner Frau…
rofl…
Das ist wie mit den Hunden: Wenn ein Schäferhund einen Hunni kostet, dass bisschen Chihuahua aber einen Tausender, kann sich kein Mensch überhaupt keinen Hund leisten.
In meiner Gegenwart äußerte sich einst jemand: “Je größer die Kaffeemenge, die man kocht, desto weniger Kaffeemehl braucht man.”
Meine Antwort: “Dann sollten wir mal hochrechnen, ab welchem Kannenvolumen man gar keinen Kaffee mehr braucht!